| Veranstaltung: | Bezirksrat Mittelrhein 26.09.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2.2. Abstimmung über 6 quotierte und 6 offene Voten |
| Antragsteller*in: | Eileen Woestmann (KV Köln) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 15.09.2026, 15:36 |
A4: Eileen Woestmann
Selbstvorstellung
Lieber Bezirksverband Mittelrhein!
Zukunft wird aus Mut gemacht.
Dieser Satz hat mich auf meinem Weg als Politikerin begleitet. Weil es für mich die Haltung ausdrückt, mit der ich Politik mache.
Ich möchte weiter mutig Zukunft gestalten. Deshalb bewerbe ich mich um ein Votum für die Landesliste der Grünen NRW.
Mein Name ist Eileen Woestmann, ich bin 33 Jahre alt, bin studiere Sozialpädagogin mit Berufserfahrung in der ambulanten und öffentlichen Jugendhilfe und habe ein Kind. Seit 2022 bin ich direkt gewählte Abgeordnete des Landes Nordrhein-Westfahlen für den Wahlkreis Köln I (Rodenkirchen/Neustadt-Süd) und im Landtag zuständig für Kinder- und Familienpolitik.
In NRW wächst jedes 5. Kind in Armut auf. Wir alle wissen: das hat Auswirkungen auf das weitere Leben. Ohne dass Kinder etwas dafürkönnen, trennen sich ihre Lebenswege, bevor sie überhaupt laufen können. Das ist zutiefst ungerecht. In meinem Grundschulzeugnis steht ein schöner Satz: „Eileen hat einen großen Gerechtigkeitssinn.“ Das hat sich in all den Jahren nie geändert. Menschen eine Stimme zu geben, die am Rande der Gesellschaft stehen, die überhört und übersehen werden, war schon immer mein Antrieb – in der Politik ebenso wie als Sozialpädagogin.
Ich setze mich seit 2022 dafür ein, dass NRW für Kinder gerechter wird. Dass nicht die Postleitzahl darüber entscheidet, welchen Weg ein Kind mal gehen wird, sondern die Potentiale und Fähigkeiten eines Kindes gefördert werden. Gerade in Zeiten klammer Kassen bedeutet dieser Einsatz das Bohren dicker Bretter. Denn „das haben wir schon immer so gemacht“ immer noch der beste Grund ist, um alles so zu lassen, wie es ist. Und auch die Befürchtung, eigene Privilegien aufzugeben, ist zu oft die entscheidende Hürde für sinnvolle Vorschläge. Aber das kann nicht unser Anspruch sein. Wir müssen flexibel auf die Herausforderungen unserer Zeit reagieren und das geht nur durch Veränderung.
Ich bin stolz drauf, dass wir als Grüne in dieser Legislatur dafür gesorgt haben, dass NRW einen Kita-Sozialindex bekommt. Bisher läuft die Finanzierung von Kitas mehr oder weniger nach dem Prinzip Gießkanne. Zukünftig wird es mit dem Kita-Sozialindex die Möglichkeit geben, den Einrichtungen mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, in denen z.B. vor allem Kinder angemeldet sind, deren Eltern Arbeitslosengeld II beziehen.
Aber das allein reicht nicht. Wenn jedes 3. Kind mit sechs Jahren nicht schulfähig ist, dann müssen wir an den großen Stellschrauben in der frühkindlichen Bildung drehen. Für mich ist sehr klar, dass Kitas nicht die Aufgabe haben, Kinder fit für die Schule zu machen, sondern fit fürs Leben. Aber diese Entwicklungen zeigen sehr deutlich, dass wir weiter an Bildungs- und Chancengerechtigkeit arbeiten müssen und ich möchte dabei meinen Beitrag leisten.
Ich bin davon überzeugt, dass wir Eltern stärken müssen, damit sie ihrer Verantwortung gerecht werden können. Denn starke Eltern bedeutet auch starke Kinder.
Mein Vorschlag ist, dass wir die Kitas in NRW gezielt mit Sozialarbeiter*innen ausstatten, die aufsuchend mit Familien arbeiten und so Eltern in ihrem Elternsein unterstützen. Durch die Kitasozialarbeit können Brücken zwischen Familien, Kitas, anderen öffentlichen Einrichtungen und freien Trägern und Vereinen gebaut werden.
Auch für die unmittelbare Arbeit in der Kita benötigen wir mehr pädagogische Fachkräfte, kleineren Gruppen und alltagsintegrierte Förderung, individuell nach dem Bedarf des Kindes. Denn davon profitieren alle Kinder.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf hängt nicht nur, aber auch, an der Frage der Betreuung von Kindern. Noch immer übernehmen Frauen deutlich mehr Sorgearbeit als Männer, noch immer leben wir als Gesellschaft mit dem Bild, dass die Versorgung der Kinder vor allem von der Mutter zu leisten ist. Das muss sich ändern – auch in dem wir verlässliche Kitas und OGS bieten und Familien sich auf das Netzwerk verlassen können. Aber natürlich auch, indem wir Frauen fördern, sich mit Kind für Karriere zu entscheiden und in dem wir Männer empowern, aktiver Vater zu sein und Verantwortung für seine Kinder zu übernehmen. Ich möchte mich weiter für eine Paritätische Elternschaft einsetzen und dieses wichtige, familien- und wirtschaftspolitische Thema hier in NRW vorantreiben. Dabei ist für mich klar: bei der Frage von Vereinbarkeit geht es nicht nur um Sorgeverantwortung für Kinder, sondern natürlich auch um die Pflege von Angehörigen.
Gerade in Zeiten klammer Kassen stehen die sozial-gesellschaftlichen Themenfelder stark unter Druck. Deshalb braucht es Politiker*innen, die mit klarer Haltung inhaltliche Politik gestalten und mutige Entscheidungen treffen.
Ich habe in den letzten vier Jahren immer wieder auch Entscheidungen mitgetroffen, für die wir als Fraktion, gemeinsam mit der Landesregierung, die verschiedenen Interessen abwägen mussten. Das ist nie einfach und selten für alle zufriedenstellend. Doch Verantwortung zu übernehmen, heißt für mich, sich konstruktiv einzubringen, immer mit klarem Kompass für die Grüne Sache zu kämpfen und Kompromisse mitzutragen, ohne die demokratisches Handeln unmöglich wäre. Natürlich gab es dabei auch Entscheidungen, die mir schwergefallen sind oder bei denen ich mich im Nachgang gefragt habe, ob es einen besseren Weg gegeben hätte. Mit dieser Unsicherheit umzugehen, gehört ehrlicherweise auch zu den Aufgaben von Politiker*innen. Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, für getroffene Entscheidungen einzustehen, sie zu erklären und sie bei Bedarf auch zu verbessern.
Damit habe ich in den letzten Jahren in unzähligen Gesprächen immer wieder gute Erfahrungen gemacht. Diese Art Politik zu machen, möchte ich gerne in der nächsten Legislatur fortsetzen. Empathisch, mit klarem grünem Kompass und dem Mut, Zukunft durch Entscheidungen zu gestalten.
Ich möchte für einen aussichtsreichen Listenplatz kandidieren, um mich weiter für die die Interessen von Kindern und Familien stark zu machen. Dafür brauche ich eure Unterstützung und würde mich darüber sehr freuen!
Bei Rückfragen meldet euch sehr gerne bei mir!
Herzliche Grüße
Eure Eileen
Kontakt:
- Alter:
- 33
- Geburtsort:
- Emmendingen