| Veranstaltung: | Bezirksrat Mittelrhein 26.09.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2.3. Abstimmung über 3 quotierte und 3 offene Unterstützungsvoten |
| Antragsteller*in: | Ina Löllgen (KV Rhein-Sieg) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 13.09.2026, 15:19 |
A3: Ina Löllgen
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen,
ich bewerbe mich um ein Unterstützungsvotum des Bezirksverbands Mittelrhein für meine Bewerbung um einen Platz auf der Landesliste.
Ich bin Ina Löllgen, 43, lebe im Rhein-Sieg-Kreis und bin getrennt erziehende Mutter eines elfjährigen Sohnes. Ich bin Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Meckenheim und Mitglied des Kreistags im Rhein-Sieg-Kreis.
Katastrophenschutz begleitet mich, seit ich 16 bin. Angefangen habe ich im Ehrenamt, daraus ist schließlich mein Beruf geworden. Heute leite ich auf Landesebene den Bereich Bevölkerungsschutz einer Hilfsorganisation. Neben Führungs- und Konzeptarbeit gehören dazu politische Interessenvertretung und die Zusammenarbeit mit Ministerien, Behörden, Hilfsorganisationen und unseren ehrenamtlichen Einsatz- und Führungskräften. Dabei erlebe ich immer wieder, was zwischen einer politischen oder rechtlichen Vorgabe und ihrer tatsächlichen Wirkung liegt: Am Ende müssen Menschen vor Ort damit arbeiten können.
Den gleichen Blick kenne ich aus der Kommunalpolitik. Im Stadtrat und Kreistag sehe ich, wie Entscheidungen des Landes vor Ort wirken – und wo gute politische Ziele an den Bedingungen ihrer Umsetzung scheitern. Ein Förderprogramm hilft wenig, wenn Personal oder Eigenanteil fehlen. Eine zusätzliche Aufgabe lässt sich nicht dadurch erfüllen, dass sie im Gesetz steht.
Deshalb interessiert mich in der Politik nicht nur, was wir erreichen wollen. Mich interessiert genauso, was Menschen und Kommunen brauchen, damit sie handeln können.
Dazu gehört für mich Zutrauen. Im Katastrophenschutz sehen wir jedes Mal, was Menschen leisten können, wenn sie Verantwortung übernehmen und sich aufeinander verlassen. Und wir erleben das genauso in der Jugendarbeit und anderen Bereichen des Ehrenamts.
Aber Zutrauen heißt nicht: Jede und jeder muss alleine klarkommen. Das kennen wir aus Familien, Vereinen oder Nachbarschaften: Menschen bringen ein, was sie gerade können – Zeit, Geld, Kraft, Wissen. Wer mehr davon hat, kann mehr beitragen. Wer gerade weniger kann, bekommt Unterstützung. Und irgendwann kann es genau andersherum sein.
Das ist für mich kein Gegensatz zu Eigenverantwortung. Im Gegenteil: Eine solidarische Gemeinschaft schafft erst die Sicherheit und die Möglichkeiten, die Menschen brauchen, um Verantwortung übernehmen und ihren eigenen Weg gehen zu können.
Dieses Verständnis von Politik zieht sich durch die Themen, für die ich mich einsetzen möchte: Kommunen sollen gestalten können, statt nur Mangel zu verwalten. Bildung soll Möglichkeiten eröffnen, die nicht vom Elternhaus abhängen. Auf Sicherheit und Krisenvorsorge müssen Menschen sich verlassen können. Und Klimaschutz soll nicht nur Emissionen reduzieren, sondern das Leben konkret besser machen – durch bezahlbare Energie, lebenswerte Orte und besseren Schutz vor Hitze und Starkregen.
Und ich glaube, dass wir als Grüne viel stärker über genau diese Vorstellung von Politik sprechen müssen. Zu oft reagieren wir auf die Geschichten, die andere über uns erzählen. Wir erklären, was wir gar nicht verbieten wollen, warum ein Vorwurf nicht stimmt oder warum eine Veränderung notwendig ist. Damit reden wir am Ende sehr viel über Regeln, Verbote und Zumutungen – und zu wenig darüber, was wir eigentlich möglich machen wollen.
Natürlich braucht Politik Regeln. Und manchmal braucht sie auch Verbote. Aber sie sind Mittel, nicht Zweck. Entscheidend ist doch, was dadurch besser wird. Ob Menschen mehr Möglichkeiten haben. Ob diejenigen Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Ob diejenigen ihren Teil beitragen, die mehr beitragen können. Und ob die bessere Entscheidung im Alltag auch die einfachere wird.
Ich möchte, dass grüne Politik für mehr Menschen wieder mit einer Vorstellung davon verbunden ist, wie ihr Leben und dieses Land besser werden können. Nicht indem wir unsere Ziele kleiner machen. Sondern indem wir selbstbewusster sagen, wofür wir sie erreichen wollen.
Mein Kreisverband unterstützt meine Bewerbung für die Landesliste. Nun bitte ich auch den Euch um Eure Unterstützung.
Ina
- Alter:
- 43
- Geburtsort:
- Neuss