| Veranstaltung: | Bezirksrat Mittelrhein 26.09.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2.2. Abstimmung über 6 quotierte und 6 offene Voten |
| Antragsteller*in: | Julian Münster |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 20.09.2026, 17:17 |
A9: Julian Münster
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen,
die Klimakrise und das weltweite Artensterben bedrohen unsere Lebensgrundlagen und beschleunigen gesellschaftliche Umbrüche. In einer Zeit der multiplen Krisen sehnen sich die Menschen nach einer Orientierung – und nach Hoffnung. Nach der Hoffnung, dass wir doch noch etwas tun können, dass unser Handeln noch einen Unterschied macht.
Und genau diese Hoffnung finde ich bei uns Grünen.
Wir lassen uns nicht von Krisen lähmen. Wir bieten eine positive Vision: Eine Politik, die den Wandel als Chance für mehr Lebensqualität begreift – für saubere Flüsse, intakte Wälder und eine gesunde Zukunft für uns alle. Grüne Politik verbindet wissenschaftlichen Verstand mit dem Mut, das Richtige auch wirklich zu tun.
Mich hat vor vielen Jahren die Liebe zu den Meeren ins Handeln gebracht. Insbesondere die Haie haben es mir angetan – durch Hollywood verzerrte Underdogs, denen die Lobby fehlt, die aber für das ökologische Gleichgewicht im Ozean essenziell sind. Das wissen wir, und doch sind ihre Flossen für manche mehr wert als ihre Rolle im Ökosystem. Beim sogenannten Finning werden ihre Flossen abgetrennt, und die verstümmelten Tiere meist lebendig zurück ins Meer geworfen, wo sie qualvoll verenden. Wegen dieser Jagd nach ihren Flossen – als zweifelhafte Delikatesse und Statussymbol – werden sie an den Rand der Ausrottung getrieben.
In meiner Arbeit als Mitgründer und 2. Vorsitzender der NGO Stop Finning Deutschland e.V. habe ich die erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade“ mitverantwortet. Wir haben über 1,1 Millionen Menschen mobilisiert, um den Handel mit Haiflossen in und durch die EU zu stoppen. Ziel ist es, einen der lukrativsten Zweige des illegalen Wildtierhandels zu beenden, der eng verknüpft ist mit Überfischung und moderner Sklaverei – Umweltkriminalität par excellence – die Verhandlungen mit der EU-Kommission dauern an.
Engagement für Umwelt-, Natur- und Tierschutz sind für mich keine bloßen Politikfelder, sondern eine ethische Grundhaltung, die meinen Lebensweg seit zwei Jahrzehnten bestimmt. Sowohl im Alltag wie auch im Ehrenamt und in meiner Laufbahn als promovierter Biologe bildet dieses Engagement mein zentrales Fundament.
Seit 2020 bin ich bei den Grünen im Oberbergischen aktiv, gehöre seit 2022 dem Kreisvorstand an und vertrete unseren Kreisverband seit 2023 als Teil des Sprecher*innen-Duos. Zudem bringe ich unsere grünen Visionen als Mitglied des Kreistags direkt in die praktische Ratsarbeit ein.
Als Biologe verbinde ich politische Erfahrung mit wissenschaftlicher Tiefe. In der Vergangenheit war ich für eine internationale NGO und in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit im Spannungsfeld von Umweltkriminalität und Menschenrechte tätig. Heute bin ich als Teilprojekt- und Teamleiter in einem der größten Infrastrukturprojekte in Deutschland für den Natur- und Umweltschutz verantwortlich. Hier arbeite ich täglich mit den Gesetzen, die unsere Umwelt schützen und Umweltkriminalität unterbinden sollen. Ich kenne daher die Herausforderung, Natur und wirtschaftliche Interessen in Einklang zu bringen.
Die jahrelange Auseinandersetzung mit der Umweltkriminalität zeigt mir immer wieder: Wir stehen einer hochflexiblen, sich permanent wandelnden Kriminalität gegenüber, die ständig neue Wege geht, um bestehende Gesetze zu brechen und zu untergraben.
Die ordnungsgemäß beprobt und deklarierten Baustoffe verschwinden kostengünstig tonnenweise illegal in Kiesgruben, wie wir bei dem aktuellen Skandal der Entsorgung von giftigen Böden im Ruhrgebiet sehen können.
Containerladungen voller vermeintlich legal gehandelter Haiflossen am Flughafen entpuppen sich als eine Mischung verschiedenster bedrohter Arten, die nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen nicht gehandelt werden dürfen.
Dass Umweltkriminalität auch vor dem Tierschutz nicht haltmacht, zeigt ein Fall aus dem Kreis Viersen, wo auf einem Hof gewerbsmäßig Tiere ohne Betäubung geschlachtet worden sein sollen – aufgedeckt nur, weil eine Spaziergängerin die Schreie der Tiere hörte.
Ob gewilderter Fisch in unserem Kühlregal, der LKW mit geschütztem Tropenholz auf der A1 oder Edelmetalle aus illegalen Minen – die kriminellen Strukturen hinter diesen Lieferketten gehen oft mit der Zerstörung von Ökosystemen und schweren Menschenrechtsverletzungen Hand in Hand, treiben das Artensterben voran und sind neben Waffen-, Drogen- und Menschenhandel einer der lukrativsten Zweige der Transnationalen Organisierten Kriminalität.
Als wichtiger Wirtschafts- und Logistikstandort steht NRW in der direkten Pflicht, diese kriminellen Lieferketten zu durchbrechen. Mit der Einrichtung der Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität, der ZeUK, haben wir in Nordrhein-Westfalen bereits eine Vorreiterrolle in Deutschland und der EU eingenommen, um kriminellen Machenschaften vor Ort die Grundlage zu entziehen.
Die Erfahrungen, die ich in den vergangenen Jahren in Beruf und Ehrenamt sammeln durfte, haben mir gezeigt: Konsequenter Umweltschutz funktioniert nur, wenn er vom Lokalen bis zum Globalen gedacht wird. Wir können in NRW zeigen, dass ein moderner Industriestandort, eine intakte Natur und globale ökologische Ethik keine Gegensätze sind.
Das kann jedoch nicht allein in NRW geschehen – hier bedarf es der Zusammenarbeit auf europäischer und internationaler Ebene sowie der Schnittstelle in die Umweltpolitik. Mit meinem Hintergrund als Biologe und der Erfahrung im internationalen Kontext möchte ich dieses Spannungsfeld bedienen.
Hierfür möchte ich euch um eure Unterstützung für das 5. offene Votum und euer Vertrauen bitten! Vielen Dank!
Euer Julian
- Alter:
- 39
- Geburtsort:
- Gummersbach